Sie befinden sich hier:

Heckenschnitt

Um ein gesundes Heckenwachstum über einen langen Zeitraum zu fördern kommt es auf den richtigen Schnittzeitpunkt an. Eine geschnittene Hecke erfährt durch den Schnitt eine Verringerung der Assimilationsfläche. Der Wuchs wird verringert, ständiger Rückschnitt aller Neutriebe führt zum Vergreisen und damit verbundenem Ausfall einzelner Heckenpflanzen.

Winterschnitt:

Hier ist der späte Winterschnitt etwa Ende Februar, bevor die Schnittstellen durch den wieder einsetzenden Saftstrom im Frühjahr bluten, zu empfehlen. Die Schnittebenen sollten nach den Maßen ausgerichtet werden, die diese Hecke behalten soll. In diesem scharf geschnittenen Zustand bleibt die Hecke bis zum Neuaustrieb im Mai als sehr strenges Gartenelement stehen. Das Profil soll konisch sein. Aufgrund der besseren Saftverteilung in den Pflanzen sollte die Hecke einen Anlauf von 10% haben, d. h. bei 1,10 m Höhe im unteren Bereich auf jeder Seite 15 cm breiter sein als oben. Die obere Breite sollte 15 - 20 cm kaum überschreiten. Somit wäre die Gesamtbreite am Fuß 45 - 50 cm. Bedingt durch die starke Spitzenförderung aller Gehölze, aber besonders der Koniferen, muss das breitere Wachsen der Krone (Überbauen) verhindert werden. Zu starkes Überbauen beeinträchtigt den Wuchs der unteren Zweige. Sie werden mit Assimilaten nicht mehr genug versorgt und sterben ab. Die Hecke wird unten kahl und verliert damit die vorgesehene Funktion. Deshalb sollte beim Winterschnitt mit der Rosenschere oder Astschere eine zusätzliche Reduzierung der Krone vorgenommen werden.

Sommerschnitt:

Mit dem Johannistrieb Ende Juni erfolgt der zweite Jahrestrieb bei vielen Gehölzen. Dieser Termin wird für den zweiten Schnittzeitpunkt gewählt, da die Pflanzen danach erneut durchtreiben. Sehr wichtig bei diesem Schnitt ist allerdings, dass die Schnittebene nicht die des Winterschnittes ist. Man lässt etwa ein Drittel der Trieblänge stehen. Dadurch beschattet die Pflanze sich selbst, die Nester eventuell brütender Singvögel werden nicht frei gelegt und die Pflanze hat genügend Blattmasse, um weiter assimilieren zu können. Bei Schnitt in die Winterebene leidet die Pflanze unter der Hitze, eine Assimilation findet kaum statt und der Durchtrieb wird schwächer. Oft wird der Zeitpunkt des Schnittes in den August oder September verlegt oder es erfolgt ein dritter Schnitt. Danach erfolgt zwar noch ein kurzer Austrieb, der aber nicht ausreift und im Winter erfriert. So geschnittene Hecken vergreisen. Es kommt zum Ausfall ganzer Pflanzen. Derart falsch geschnittene Hecken erholen sich wieder, wenn man sie im Sommer gar nicht schneidet, lediglich sehr lange Triebe werden zum Johannistrieb mit der Rosenschere gekürzt.

Richtiges Schnittwerkzeug

Ob man nun eine elektrische Heckenschere oder eine mit Handbetrieb wählt bleibt sich gleich, scharf müssen sie beide sein. Um Unfällen mit elektrischen Geräten vorzubeugen bietet der Markt gute Sicherheitstechnik an. Da ausgefaserte Schnittflächen Angriffspunkte für Pilze sind, ist ein scharfer Nachschnitt mit der Rosenschere zu empfehlen. Auch ein sauberer Wundverschluss bei größeren Schnittstellen hilft gegen Pilzbefall. Einige hartlaubige, vor allem immergrüne Gehölze wie Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) oder Stechpalme (Ilex) sollten nicht mit der Heckenschere geschnitten werden. Die Schnittränder der Blätter trocknen ein und werden braun. Das macht eine Hecke unansehnlich. Hier empfiehlt sich ein stufiger Rückschnitt mit der Rosenschere. Dabei werden keine Blätter verletzt. Bei einer zu spät geschnittenen Buchsbaumhecke können die zerschnittenen Blätter eine ähnliche Wirkung zeigen. Braune, eingetrocknete Schnittstellen hinterlassen eine vergilbte Schnittfläche, die erst beim nächsten Durchtrieb überwachsen wird. Deshalb sollte hier vor dem Johannistrieb geschnitten werden.

Rückschnitt überalterter Hecken

Wird die Hecke nicht regelmäßig fachgerecht geschnitten, so wird sie von Jahr zu Jahr breiter und höher. Mit einem Gewaltakt lässt sich die Hecke zwar wieder in das gewünschte Maß bringen, aber jede Hecke reagiert anders darauf. Viele Hecken vertragen diesen Schnitt nicht und treiben nicht mehr aus den verholzten Zweigen aus.

Aus: "Geschnittene Hecken"
Sächsische Landesanstalt für Landwirtschaft, August-Böckstiegel-Straße 1, 01326 Dresden-Pillnitz
Internet:WWW.LANDWIRTSCHAFT.SACHSEN.DE/LFL